t 0711-94 54 40-10

SCHRIFT: A A A

Funktionsdiagnostik - Zahnarztpraxis im Calwer Turm – Dr. Angela Dergham M.Sc.

Funktionsdiagnostik

Kiefergelenksmessung und CMD

Die so genannte CMD (Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion) ist eine Fehlfunktion im Zusammenspiel von Oberkiefer und Unterkiefer. Treffen sie nicht in der idealen Position aufeinander, so verschiebt sich der Unterkiefer beim Schließen des Mundes automatisch in eine neue Position, um diese Fehlstellung auszugleichen. Dadurch wird ein Druck auf umliegende Muskeln, die Zähne, die Gelenke und den Knochen erzeugt, der diese in unnatürlicher Weise beansprucht und belastet. Es kann zu Störungen und Schmerzen kommen.

Da die Muskeln des Kausystems über Funktionsketten mit der Wirbelsäulenmuskulatur in Verbindung stehen, gehen die CMD-Symptome häufig über den Bereich des Kopfes hinaus. Symptome finden sich im gesamten Halteapparat und können von Kopfschmerzen bis zum Beckenschiefstand gehen (s.u.). Die Symptome sind so breitgefächert, dass allzu oft die wahre Ursache nicht entdeckt wird und man daher nur symptomatisch therapiert und die Beschwerden weiter chronifiziert.

Typische Symptome für CMD

Fast immer ist eine Fehlfunktion des Kiefers eine Mitursache, wenn chronische Kopfschmerzen auftauchen. 30 % der Fälle von Tinnitus werden durch ein komprimiertes Kiefergelenk verursacht. Ein Beckenschiefstand kann durch einen schiefen Biss verursacht sein.

Wenn Sie also bei sich mehrere der folgenden Symptome beobachten, könnten Sie unter CMD leiden. Sie sollten rasch zur Abklärung zu uns kommen.

  • das Gefühl, dass Ihr Biss nicht stimmt
  • Zahnlockerungen
  • Zahnwanderungen
  • Zahnschmerzen
  • Zähne werden kürzer, haben Risse oder es platzen Ecken ab
  • Schmerzen beim Kauen
  • empfindliche Zähne
  • Zahnfleischrückgang
  • Verspannungen morgens beim Aufwachen
  • Rückenschmerzen
  • Schulter- und Nackenschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Ohrenschmerzen und Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • eingeschränkte Mundöffnung
  • Kiefergelenksschmerzen oder Geräusche (Reiben, Knacken)
  • Schluckbeschwerden
  • Migräne
  • Geschichtsschmerzen
  • Augenflimmern, unscharfes Sehen, Schmerzen hinter den Augen
  • Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
Funktionsdiagnostik und Kiefergelenksmessung

Zuerst klären wir durch eine einfache, schmerzfreie manuelle Untersuchung, ob die Beschwerden durch eine Störung im CM-System verursacht werden. Sollte dies der Fall sein, wird durch computergestützte, ebenfalls schmerzfreie Funktionsdiagnostik und Kiefergelenksmessung der genaue Zustand Ihres Kausystems festgestellt. Diese Verfahren ermöglichen uns, einen sogenannten Kausimulator (Artikulator) mit Ihren Daten zu programmieren, Ihren Biss dreidimensional zu analysieren und Störungen aufzudecken sowie einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

Therapie der CMD

Anhand der Ergebnisse der Funktionsdiagnostik werden passende Aufbissbehelfe (sogenannte Schienen) hergestellt. Sie helfen uns, die richtige Kieferrelation wieder herzustellen und zu testen. Wir arbeiten dabei in einem Netzwerk eng mit erfahrenen Physiotherapeuten, Osteopathen, Podologen und Orthopäden zusammen, die uns dabei unterstützen, parallel die Muskelprobleme zu therapieren.

Weitere therapiebegleitende Maßnahmen können sein:

  • Psychotherapeutische Unterstützung
  • Medikamentöse Therapie
  • Pflanzenheilkunde
  • Physikalische Therapie
  • Homöopathie

Nicht immer sind alle diese Maßnahmen notwendig. Wichtig ist eine gute Koordination aller eingebundenen Fachbereiche!

Was kommt nach der Schiene?

Vielen Patienten kann schon durch das Tragen der Schiene in Kombination mit Physiotherapie so weit geholfen werden, dass keine weiteren Maßnahmen nötig sind. Bei komplexeren Fällen reicht unser Repertoire von einfachen Korrekturen an der Zahnform über Stellungskorrekturen und Änderungen der Bisshöhe durch den Kieferorthopäden bis hin zu prothetischen Neugestaltung des Bisses.